Wind um die Nase wehen lassen

Elbtal-Hangenmeilingen. Zum fünften Mal hieß es in Hangenmeilingen: Start frei für eine gemeinsame Motorradausfahrt beim Bikertreffen der Feuerwehr ...

Früh übt sich: Der fünfjährige Paul aus Seck begleitete seinen Papa bei der Ausfahrt ins Weilburger Land. Fotos: Quirein
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Früh übt sich: Der fünfjährige Paul aus Seck begleitete seinen Papa bei der Ausfahrt ins Weilburger Land. Fotos: Quirein
 
Hintermeilingen wurde zum großen Treffpunkt der Motorradfreunde

Ordentlich und in einer Reihe neben einander haben die Biker ihre schicken Motorräder gegenüber dem Feuerwehrgerätehaus geparkt. Dort haben sie ihre PS-starken Maschinen während des gemeinsamen Frühstücks gut im Blick. „Ein tolles Bild“, findet ein Passant, der sich die Maschinen genauer anschaut. „Von Roller bis Renner“, fasst einer der Biker die Vielfalt der Maschinen beim Treffen zusammen. Ob nun Chopper, Tourenmaschine oder Reiseroller - bei diesem Treffen, das die Freiwillige Feuerwehr Hangenmeilingen 2009 ins Leben rief - geht es nicht darum, wer die meisten Pferdestärken hat, sondern um die Gemeinschaft.

Gerast wird bei dieser Ausfahrt nicht, sondern gesittet gefahren, so dass jeder mitkommt, erklärt ein Biker. „Langjährige und neue Gleichgesinnte treffen“, nennt Klaus Maletzki einen Grund, warum er die Treffen von Beginn an besucht. Bereits zum fünften Mal ist der Feuerwehrmann der Freiwilligen Feuerwehr Linter in diesem Jahr dabei.

„Eine super Veranstaltung“, findet der Feuerwehrmann, der gleichzeitig auch zu den „Flaming Stars“, den Feuerwehr-Bikern Hessen gehört. Jedes Jahr trifft man die gleichen Leute und lernt neue kennen“, sagt er und freut sich, dass auch einige Biker-Kollegen der Flaming-Stars mit von der Partei sind. Motorrad und Feuerwehr sind kein Hobby, sondern beides eine Lebenseinstellung, findet er.

Auch Holger Thiel, Gemeindebrandinspektor Elbtal und Organisator des Feuerwehr-Biker-Treffens in Hangenmeilingen gehört zu den Flaming-Stars. „Warum zwei Hobbys nebeneinander haben?“, antwortet Klaus Maletzki auf die Frage was die Feuerwehr mit Motorradfahren zu tun hat. Zwei Hobbys miteinander verbinden und über ein Hobby für das andere begeistern, nennt auch Holger Thiel einen Grund dafür. „Man muss sich aufeinander verlassen können“, nennt er Parallelen, die beide Aktivitäten gemeinsam haben.

„Von Roller bis Renner“ war alles dabei. Gemeinsam brachen die Biker nach dem Frühstück zur Ausfahrt auf. Fotos: Quirein
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„Von Roller bis Renner“ war alles dabei. Gemeinsam brachen die Biker nach dem Frühstück zur Ausfahrt auf. Fotos: Quirein 

Außerdem werde die Gemeinschaft großgeschrieben, bei Feuerwehr und Motorradfahren: „Wir sind alle sofort per Du“, sagt er: „Ob Hilfsarbeiter oder Professor, wir sind hier eine große Familie.“ Etwa 120 bis 130 Motorräder seien bei solchen Ausflügen dabei. Aber nicht nur Feuerwehrleute, sondern auch Biker ohne Feuerwehrbezug sind mit von der Partie und gehören zur großen Familie. „Typisch Biker“ sei, dass man bei solchen Veranstaltungen anderen helfen wolle, sagte Thiel. Der Erlös der Tombola gehe in diesem Jahr deshalb an das Frauenhaus in Limburg. Bei seiner Begrüßung überreichte er den Erlös einer anderen Veranstaltung an den Förderverein der Grundschule Steinbach. „Typisch Biker“ scheint aber auch das Tragen einer Basecap, wenn man den Helm gerade nicht auf hat: Überall sitzen Fahrerinnen und Fahrer mit Cap zusammen und führen „Benzingespräche“. „Die Frisur sitzt nach dem Tragen des Helms nicht mehr, die Cap kaschiert das“, löst Peter Böhm, Motorrad-Stammtischgründer aus Wetzlar das Cap-Geheimnis ganz uneitel und humorvoll auf. Motorradfahren bedeutet Freiheit, findet der 57-jährige Klaus Maletzki. Man nehme die Umgebung und die Landschaft viel intensiver wahr. Es sei ein echtes Erlebnis, wenn so viele Gleichgesinnte gemeinsam eine Strecke fahren. „Schnell fahren“, findet der fünfjährige Paul am besten. Er begleitet seinen Papa wohl als jüngster Teilnehmer als Mitfahrer und kann es kurz vor dem Start gar nicht erwarten, endlich loszufahren. Als die Maschinen gestartet werden, sie nach und nach aufbrechen, sind die Biker glücklich. Diejenigen, die nicht mitfuhren, konnten währenddessen dem Jugendorchester des Musikvereins „Hadamar Stadt und Land“ lauschen. „Es war super“, sagt Holger Thiel nach der Ausfahrt. Unterwegs hätten sich sogar andere Fahrer der Gruppe angeschlossen. Mit Musik der Band Timeless klang dieses gelungene Treffen aus. (Nadja Quirein)
 
Quelle: NNP